Preseason-Interview mit Oliver Keller und Ilyas Taha

Preseason-Interview mit Oliver Keller und Ilyas Taha

Erftstadion Euskirchen – Seit März arbeiten Oliver Keller (Jugendleitung) und Ilyas Taha (Sportliche Leitung) beim Euskirchener TSC zusammen. In einem Interview erklären uns beide, was die Trainer und Spieler zur neuen Saison am Erftstadion zu erwarten haben und was die langfristigen Ziele der Jugendabteilung sind.

Hallo Oliver, Du bist seit Anfang März neuer Jugendleiter beim Euskirchener TSC. Wie waren Deine ersten Monate?
Oliver Keller: „In den ersten Monaten habe ich zusammen mit Ilyas Taha neue Strukturen im Bereich der Jugendarbeit geschaffen. So liegt ein Hauptaugenmerk auf der Gründung neuer Jugendmannschaften, was uns mit dem neuen 2016er Jahrgang und einer B-Jugend auch gelungen ist. Hier sollte wir in Zukunft das Ziel haben bis zur A-Jugend in der Jugend spielfähig zu sein. Ein weiteres Ziel ist die professionelle Ausbildung in allen Altersklassen. Dies und viele weiteren Ziele, habe ich mir als Jugendleiter gesetzt.

„Wir sind auf der Leiterebene mit Ilyas Taha, Dirk Esser, und weiteren Personen, ein professionelles Team“

Oliver Keller

Mit dem Euskirchener TSC hast Du die Möglichkeit einen Verein zu alter Stärke zu führen. Hast Du Angst vor dem Misserfolg?
Oliver Keller: „Klares Nein. Wir sind auf der Leiterebene mit Ilyas Taha, Dirk Esser, und weiteren Personen, ein professionelles Team, die alle das gleiche Ziel verfolgen und die selben Werte vertreten. Wir sprechen alle eine Sprache und sind ein sehr akribisches Team.

„Insgesamt identifizieren wir uns mit Johan Cruyffs Idee vom Fußball und wollen attraktiven, dominanten, technisch versierten Ballbesitzfußball spielen“

Ilyas Taha

Hallo Ilyas, wie definierst Du als Sportlicher Leiter euer Saisonziel und den Erfolg in der Jugendabteilung?
Ilyas Taha: „Insgesamt identifizieren wir uns mit Johan Cruyffs Idee vom Fußball und wollen attraktiven, dominanten, technisch versierten Ballbesitzfußball spielen. Hierfür bedarf es an technisch starken und kreativen Spielern, die müssen wir uns formen.
Wir definieren uns in der Jugendausbildung primär über die Entwicklung der Spieler. Wir sprechen von Erfolg, wenn ein Spieler sich in der Technik, Kondition, Taktik und Kognition verbessert. Hierfür müssen wir als Trainer zwei Faktoren berücksichtigen: Spaß und Lernen.
Die reinen Ergebnisse und Ligen sind für uns nicht von Bedeutung. Jeder, der akribisch im Jugendfußball arbeitet weiß, dass man als Trainer den Großteil seiner Spiele gewinnt, wenn er gute und bessere Spieler als der Gegner hat. Deshalb wollen wir als Jugendabteilung den Punkt der fußballerischen Überlegenheit anstreben, was nur durch sehr viel Training und viel Fleiß möglich ist.

Wie sahen die sportlichen Entwicklungen in der Sommerpause aus?
Ilyas Taha: „Was wir hier in den letzten Wochen und Monaten geschaffen haben, ist auf Verbandsebene fast schon einmalig. Für uns geht es in jedem Gespräch nur um die Entwicklung von Spielern. Wir reflektieren uns immer kritisch und versuchen in offenen Kommunikationsrunden über das Tun des Trainerdaseins offen zu diskutieren. Wir schaffen einen roten Faden in die Jugendausbildung und stellen zur neuen Saison unter dem Projektnamen #FORTHEPLAYER eine interne Förderstrategie, die jedem Spieler unter der Leitung von hochlizensierten Trainern eine Basis schaffen und die Bolzplatzmentalität reaktivieren soll. Hierfür haben wir mit Heiko Scheffler, Omar Wagdy und Marko Trofenik viele gute Ideen gesammelt, die wir nun umsetzen werden.

Wie sieht bei euch der Trainingsalltag aus?
Ilyas Taha: „Bei uns führt der Weg weiterhin über die Gemeinschaft. Wir werden weiterhin in intergenerativen Altersgruppen trainieren. Die Spieler werden spezifiziert und klassifiziert. So können wir das Training auf jeden Spieler zuschneiden und jeden Spieler individuell fördern. Die Umsetzung und Planung können wir dank Marko Trofenik noch professionalisieren, indem wir leistungsdiagnostische quantitative Daten unserer Spieler erfassen, mit welchen wir Entwicklungsverläufe festhalten können.

Was habt ihr an organisatorischen Strukturen verändert?
Oliver Keller: „Grob gesagt haben wir unsere Infrastruktur, sowie unsere sportliche und organisatorische Struktur weiter entwickelt. Für uns ist es wichtig, dass unsere Fußballtrainer auch nur als Trainer kommen und sich nicht um organisatorischen Belangen kümmern müssen. Dies verbraucht tagtäglich unnötig Zeit und Energie, die die Trainer lieber in die Ausbildung ihrer Spieler investieren sollen.

Oliver Keller ist seit März 2020 neuer Jugendleiter beim ETSC

„Das Verhältnis zur 1. Mannschaft und der Jugendabteilung hat sich sehr stark zum positiven verbessert“

Oliver Keller

Wie genau sieht die Planung mit der neuen Bezirkssportanlage in Euskirchen aus?
Oliver Keller: „Insgesamt sehen wir dem Bau der Bezirkssportanlage positiv entgegen und freuen uns auf Fortschritte der Baumaßnahmen.
Ich persönlich hoffe sehr, dass bei der Vergabe von Trainingszeiten, Räumlichkeiten usw. auch die Jugendabteilung des ETSC berücksichtigt wird, da wir aufgrund der hohen Anzahl von Jugendmannschaften im Erftstadion doch schnell an unsere Kapazitätsgrößen gelangen.

Wie ist die Anbindung zur ersten Mannschaft?
Oliver Keller: „Das Verhältnis zur 1. Mannschaft und der Jugendabteilung hat sich sehr stark zum positiven verbessert, weil auch hier unser Leitsatz gilt: >>Eine Leidenschaft, ein Ziel, ein Verein<<
Ich habe auch in zahlreichen positiven Gesprächen mit Dario Paradiso
(Trainer 1 .Mannschaft) Wege für ein gemeinschaftliches Miteinander besprochen. Dario steht uns in der sportlichen Planung in einer beratenden Funktion und wir konstruieren eine Jugendarbeit, die sich langfristig auf den Seniorenfußball richtet.

Worauf wird es für euch und dem ETSC in dieser Saison ankommen?
Oliver Keller: „Ziele für die neue Saison werden bei uns nicht über Ergebnisse definiert, sondern über die Ausbildung unserer jungen Talente. So möchten wir , um es kurz zu sagen , für die jungen Kicker eine langfristige Zukunft im Verein schaffen.“
Ilyas Taha: „Genau, und dies schaffen wir nur wie zuvor gesagt über die Gemeinschaft. Wir müssen unsere Kommunikation jeden Tag neu auf den Prüfstand stellen und uns immer hinterfragen:
>>was können wir besser machen? Wie können wir die Spieler noch schneller und besser entwickeln? Was stört in unserer Entwicklung?<<
Uns steht also eine Saison harter ehrlicher Arbeit bevor, der wir bereit sind uns zu stellen!

Ilyas Taha (Foto) ist DFB Elite Jugend Lizenz-Inhaber und seit Mitte 2019 als Sportlicher Leiter in Euskirchen tätig. Neben seiner Arbeit beim ETSC leitet Taha auch seine Fußballschule
www.goal-area.de

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